"Land unter" in Jahnsdorf

 

Nach anhaltendem Starkregen in den letzten Stunden sind wir 4.10Uhr zu mehreren überfluteten Kellern und Straßen im gesamten Gemeindegebiet alarmiert worden.

Schnell wurde festgestellt, dass eine geordnete Koordinierung der zahlreichen Einsätze über die Leitstelle in Chemnitz nicht mehr möglich war. So wurde die Behelfsleitstelle im Feuerwehrtechnischem Zentrum Pfaffenhain durch den Kreisbrandmeister und seinen Stellvertreter besetzt und auch bei uns im Gerätehaus eine Einsatzzentrale eingerichtet. Der Stromausfall im gesamten Gemeindegebiet und ein nur teilweise funktionierendes Handynetz erschwerten zunehmend die Bedingungen der Einsatzkoordination.

Um einen Überblick zu bekommen, wurden Kontrollfahrten im gesamten Gemeindegebiet durchgeführt. Gleichzeitig wurde mit dem Abarbeiten der ca. 70 verschiedenen Einsatzstellen in den einzelnen Ortsteilen begonnen. Dabei waren alle 6 verfügbaren Einsatzfahrzeuge der 3 Ortsfeuerwehren mit über 50 Kameraden von 4.10 Uhr teilweise bis 22.00 Uhr im Dauereinsatz.

Auszug aus dem Bericht der Freien Presse vom 08.08.2010 von Werner Richter:

 

Bereits kurz nach vier Uhr werden einige Einwohner des Jahnsdorfer Ortsteiles Seifersdorf durch die anrückende Feuerwehr geweckt. Um diese Zeit stehen bereits die Untere Dorfstraße, die Straße nach Leukersdorf und die Neubausiedlung voll unter Wasser. Auch Familie Scholz aus Seifersdorf hatte sich ihr Wochenende so nicht vorgestellt. Schon gegen 3.30 Uhr war Harald Scholz aufgeweckt. "Da hat es so was von geschüttet", erinnert er sich. Ein zweites Mal werden die Eigenheimbesitzer dann gegen 5 Uhr durch Sirenengeheul aus dem Schlaf gerissen. Da stand der Keller und die Garage schon unter Wasser. "Das kam wahrscheinlich übers Feld", vermutet der Seifersdorfer. Schnell fährt er zuerst die Autos raus, dann setzt er die Pumpe in Gang. Zu allem Unglück bleibt nach einer dreiviertel Stunde nun auch noch der Strom weg. Jetzt bleiben der Familie nur noch die Eimer, um das Wasser rauszubekommen. Doch die Haushaltstechnik hat's leider erwischt. Auch die Weihnachtssachen. Die wertvollen Engel werden in der Wohnstube zum Trocknen auf Zeitungspapier gelegt und das Gefriergut später zu Bekannten gebracht.

 

Wohngebiet Sonnenberg nur noch per Boot erreichbar

 

Noch schlimmer sieht die Lage in Jahnsdorf aus. Hier hat die Würschnitz dem Ort übel mitgespielt. Gegen 11 Uhr stehen viele Straßen und Häuser unter Wasser. Aus der ansonst so friedlich dahin fließenden Würschnitz ist ein reißender Fluss geworden. Das Wohngebiet Sonnenberg ist nur noch mit Booten zu erreichen und auch das Freibad haben die Wassermassen völlig überspült. "Ich wohne schon viele Jahre in Jahnsdorf, das aber die Würschnitz so einen Schaden anrichten kann, das hätte ich nicht gedacht", so Klaus Wunderlich. Gegen 11 Uhr kommt der Strom in die Jahnsdorfer Haushalte zurück. Fieberhaft waren Monteure im Umspannwerk des Stromversorgers Envia M zugange. Auf Grund der enormen Wassermassen hatte diese Anlage den Geist aufgegeben, teilt das Unternehmen mit.

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